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Decke aus flauschigem und echtem Alpaca-Fell.

Alpakafaser – das Vlies der Götter

Alpakafaser zählt zu den wertvollsten Naturfasern, die es auf der Welt gibt. Alpakas sind von den Vorfahren der Incas vor mehreren 1000 Jahren aus dem Vicunca, mit 11-15 micron dem feinsten Fasertier der Welt, domestiziert worden.

Geschichte:

Alpakafaser zählt zu den wertvollsten Naturfasern, die es auf der Welt gibt. Alpakas sind von den Vorfahren der Incas vor mehreren 1000 Jahren aus dem Vicunca, mit 11-15 micron dem feinsten Fasertier der Welt, domestiziert worden.

Vorrangiges Zuchtziel bei den Incas war es, die Qualität und die Quantität der Alpakafaser zu verbessern. Die Incas haben gewaltige Zuchtfortschritte erzielt, wenn man sich vor Augen hält, dass das einfarbige Vicuna, das wildlebend noch heute alle zwei Jahre eingefangen und geschoren wird, nur ca. 200 – 300 g Vliesgewicht pro Schur bringt, während Alpakas bis zu 6 kg Vlies pro Jahr produzieren können. Weitere gewaltige Zuchterfolge sind es, ausgehend von einem einfarbigen Tier eine Fülle von 22 echten Farbtönen und 60 Farbschattierungen zu züchten sowie den Deckhaaranteil beim Alpaka bei Spitzentieren auf unter 1 % aller Fasern zu bringen.

Ein homogenes, feines Vlies mit möglichst wenigen Deckhaaren in einer möglichst großen Dichte und in einer Einfarbigkeit der Alpakafaser war bei den Incas erwünscht. Die spanischen Eroberer berichten davon, dass die damaligen Alpakas, welche nur im Besitz der Kirche, dem Incaherrscher und von Adligen waren, von Zuchtwarten betreut und in großen Farbherden, topografisch voneinander getrennt gehalten wurden. Heute wissen wir, dass die Incas vor der spanischen Invasion bedeutend weiter mit der Alpakazucht waren als wir es heute sind, und dass die Spanier viele Alpakas und das sehr weit entwickelte Zuchtsystem der Incas zerstört haben.

Feinheit:

Neben Dichte, Uniformität der Faser (geringe mittlere Abweichung vom Mittelwert) und Charakter der Faser, „crimp“ (Kräuselung der Faser) beim Huacaya und „Curl“ (Lockenbildung) beim Suri, ist die Feinheit ein wesentliches Zuchtziel bei beiden Alpakarassen. Je feiner das Vlies, desto weicher und begehrter ist es und desto höher liegt sein Preis. Faserfeinheit ist der Durchmesser der Faser, gemessen in Mikron. Ein Mikron ist ein Millionstel von einem Meter oder ein Tausendstel Millimeter. Um einen Mikrontest bei einem Alpaka zu erhalten, nimmt man ein Haarbüschel von ca. 5 cm Durchmesser von der Mitte der Hauptdecke des Alpakas (ca. 15 cm unter der Rückenlinie). Diesen Haarbüschel schneidet man so dicht an der Haut wie möglich ab und schickt es an ein qualifiziertes Testlabor. Moderne Laserscannertechnik gewährt akkurate Ergebnisse der Mikronmessung. Man erhält ein Faserhistogramm und kann so die Faserqualität seines Alpakas besser einschätzen.

Faserhistogramm:

Die vier wichtigsten Größen des Faserhistogramms sind durchschnittliche Feinheit, mittlere Abweichung, der Koeffizient der Variation sowie der Anteil der Haare über 30 micron in %. Die durchschnittliche Feinheit drückt in Mikron den Durchschnittswert der ca. 2000 einzelnen Haare der Faserprobe aus. Die mittlere Abweichung zeigt an, wie groß die Abweichung in der Faserprobe ist, ausgehend vom Durchschnitt. Der Koeffizient der Abweichung wird ermittelt, indem die mittlere Abweichung durch die durchschnittliche Feinheit geteilt wird und dann mit 100 multipliziert wird. So entsteht ein Faktor der Abweichung in Prozent. Je niedriger die mittlere Abweichung und der Koeffizient der Variation, desto gleichmäßiger ist die Faser und desto niedriger ist der Kratzfaktor. Es gibt eine Reihe von Interpretationen über die Feinheit. Jedoch kann man verallgemeinern, dass Alpakafaser unter 20 micron außergewöhnlich gut ist, während alles über 30 micron als sehr grob gilt. Faserqualität wird in erster Linie durch genetische Einflüsse bestimmt, kann jedoch auch durch das Alter, die Ernährung, Krankheit und Stress beeinflusst werden.

Qualitätsstufen:

Die Faser der heutigen Alpakas kann zwischen 13 und 30 micron betragen. Auch Werte über 30 micron können vorkommen. In USA/Kanada werden folgende Mikrongruppen unterschieden (Quelle: Alpaka Fibre Preparation, von Cameron Holt, in: 2000: The British Alpaka Society, First International Conference):

Baby Royal: unter 20,0 micron
Baby Alpaka: 20,1 – 23.0 micron
Superfine: 23.1 – 26.9 micron
Medium: 27 – 30.9 micron
Strong: 31 – 35.9 micron
Coarse: 36 micron & stronger

Textilien aus Fasern über 30 micron werden unter dem Gütesiegel “huarizo” (Kreuzung zw. Lama und Alpaka) verkauft. Das geschützte Gütesiegel Huarizo wird wie das Gütesiegel Alpaka von Textilienherstellern verwendet, die Mitglied in der International Alpaka Association (IAA) sind (www.aia.org.pe ).

Eigenschaften und Vorzüge der Alpakafaser:

  • Alpakafaser ist wertvoll, weil es viele positive kommerziell wünschenswerte Attribute in einer einzigen Faser vereint. Es gibt praktisch keine negativen Charakteristiken, die man beim Alpakavlies findet. Mutter Natur hat die ideale Faser entwickelt und dann auf das sanftmütige Alpaka platziert. Der Spanier Bernabe Cobo sprach über die Alpakafaser in seinem Buch History of the New World (1653): „ Alpaka, un cálido don de Dios a los Hombres" ( Alpaka, ein Geschenk der Wärme von Gott an den Menschen).
  • Alpakas produzieren eine feine Faser, die sich durch die Abwesenheit von Deckhaaren in ihrer Hauptdecke auszeichnet.
  • Alpakaprodukte sind weich, geschmeidig und fühlen sich angenehm an. Die Zellenstruktur der Faser ermöglicht eine Weichheit, unerreicht von den meisten Luxusnaturfasern. Warum ist Alpaka so weich? Warum fühlt sich Alpakawolle mit 26 micron weicher an als Schafwolle mit 26 micron und warum fühlen sich feinere Alpakagrade an wie Cashmere? Das liegt an der Höhe der Schuppen. Ein Haar besteht aus verschiedenen Schuppen, die ineinander greifen, und da, wo der Übergang zu einer anderen Schuppe ist, entsteht ein Absatz, welcher als Höhe der Schuppe bezeichnet wird. Die Höhe der Schuppen beim Alpaka beträgt nur 0,4 Mikron, während sie bei Schafwolle 0,8 Mikron beträgt. Dadurch fühlt sich Alpaka weicher an.
  • Alpaka findet man in 22 verschiedenen Farben. Kein anderes Fasertier der Welt hat annähernd so viele verschiedenen Farben und Farbschattierungen. Man unterscheidet bis zu 60 Farbschattierungen. Die Faser kann auch einfach gemischt werden, um einen Fächer von natürlichen Farben zu erzeugen.
  • Die Faser der Alpakas ist ungewöhnlich stark und widerstandsfähig. Die Stärke der Faser wird nicht weniger, wenn sie dünner wird, sodass sie sich ideal für industrielle Verarbeitung eignet.
  • Dadurch, dass das Alpaka in großen Höhen gehalten worden ist, in eisiger Kälte, hat das Alpaka mehr thermische Kapazität entwickelt als fast alle anderen Tiere der Welt. Die Faser enthält mikroskopisch kleine Lufttaschen, welche leichte Kleidungsstücke mit hohen Isolierungswerten schaffen können. Die Faser fungiert wie eine Klimaanlage, sie wärmt bei Kälte und kann auch Wärme ableiten (man schwitzt nicht so leicht wie bei anderen Fasern oder bei Kunstprodukten; es gibt keinen Hitzestau).
  • Alpaka kann einfach mit jeder beliebigen Farbe gefärbt werden und erhält immer seinen natürlichen Glanz. Der reiche Glanz verleiht Kleidungsstücken, die aus 100% Alpaka gemacht sind, einen hohen visuellen Reiz. Speziell die Surifaser zeichnet sich durch ihren hohen Glanz aus. Neben der Surifaser gibt es keine Naturfaser, die einen ähnlich intensiven Glanz aufweisen kann.
  • Alpaka ist kompatibel mit sog. worsted (Kammgarn) und woolen Manufaktursystemen. Stoffe, die aus Alpaka hergestellt werden, bewegen sich von Tweeds bis zu feiner Gabardine (feiner Wollstoff). Die Huacayafaser lässt sich auch besonders gut von Hand verspinnen.
  • Menschen, welche Alpakapullover besitzen, werden merken, dass sie sehr lange halten. Alpaka reißt nicht leicht, kann nicht leicht verunreinigt werden und neigt nicht zu statischer Elektrizität. Es kann einfach gereinigt werden.
  • Alpakavliese produzieren einen hohen Ertrag an sauberer Wollfaser nach dem Verarbeiten: 87 bis 95 % der geschorenen Rohwolle kann beim Alpakaedelhaar verwendet werden, gegenüber 43 bis 76 % bei Schafwolle.
  • Alpaka kann einfacher verarbeitet werden und ist günstiger in der Verarbeitung als Schafwolle, wegen des geringeren Fettanteils oder Lanolins, und Alpaka braucht nicht enthaart zu werden wie Cashmere, Kamel, Guanako oder Vicuna.
  • Alpaka kann gereinigt werden, ohne dafür teure Chemikalien zu verwenden und bietet sich dafür geradezu für naturbelassene Kleidung ohne Chemikalien an. 
  • Was ist bei Alpaka noch besonders? Alpaka ist rar. Wie rar ist Alpaka? Um einmal die Menge von Tierhaaren am gesamten Faseraufkommen in der Textilindustrie in Relation zu stellen, so beträgt er nur 3%! Von diesen 3%, insgesamt ca. 5 Millionen Tonnen pro Jahr (Weltproduktion), sind nur 5.000 Tonnen Alpaka, also ein Tausendstel. Wiederum ein Bruchteil davon ist der feinere Anteil der Faser. Das bedeutet, dass wirklich hochwertige Alpakafaser tatsächlich sehr rar ist. (Quelle für alle Zahlen und Fakten: „ Alpaka - From Fleece to Fashion“, o.J., herausgegeben von der amerikanischen Züchterorganisation AOBA).

Ausblick: 

Alpaka wird auch als die Faser der Zukunft bezeichnet. Die Nachfrage nach der ökologischen Edelfaser und den Endprodukten aus Alpakahaar ist groß, das Angebot jedoch aufgrund des relativ kleinen Alpakabestandes nur relativ klein. Hinzu kommt, dass der Anteil der Faser mit Baby Alpakaqualität und feiner heute nur ca. 5% am Gesamtwollaufkommen hat. Gerade die Faserqualität lässt sich jedoch durch Zucht sehr effektiv und schnell verbessern. Damit sieht auch die Zucht von Alpakas weltweit einer großen Zukunft entgegen.

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